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junkmasta

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quote: Die Junggesellenmaschine: Scorn
Der Brite Mick Harris verbreitet schon seit 1991 Angst und Schrecken auf jenen Dancefloors, die eigentlich gar nicht zum Tanzen einladen
Fluc-Mensa, 1020 Wien, Praterstern nebst Fahrradunterführung. 22. 1., 22.00 Uhr Dunkle, bedrohliche Keyboard-Schlieren. Brutale, auf Zeitlupentempo eingedampfte und wegen ihrer grundsätzlichen Gewaltbereitschaft waffenscheinpflichtige Dub-Beats. Dazu Bässe, die am Fundament sozialer Übereinkünfte (nett zueinander sein, sich lieb haben . . .) rütteln. Der Brite Mick Harris verbreitet jetzt schon seit 1991 als Scorn Angst und Schrecken auf jenen Dancefloors, die eigentlich gar nicht zum Tanzen einladen.
Mit einer Form von drogeninduzierter Musik, die in seinem Fall nur mehr bedingt als Abart jamaikanischer Abnickstile wahrgenommen werden kann, geht es hier unter Zuhilfenahme von Einflüssen aus harschem Industrial, mächtig viel Echo- und Halleffekten und einer über die Jahre immer konsequenteren Radikalisierung von Beats im Zeichen von Dub und HipHop um eines: eine Art krassen Abstract-Dancefloor, die Frauen vor der Bühne zwar nicht ausschließt, sie aber auch nicht extra einlädt. Mick Harris, die Junggesellenmaschine.
schach/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 1. 2005
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