Da5id
mediapunk mazzive
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16.09. - PRINZ PI LIVE - ARENA Baumgasse 90 / 1030 - Wien
LIVE: PRINZ PI - The Artist Formerly Known As PRINZ PORNO
Man kann sich fragen, warum in Deutschland Hiphop eine Musik für ein Publikum von 12 bis 18 jährigen ist. Und man kann die Frage auch sofort beantworten: Weil die hiesigen Rapper sich gebärden wie eine Horde von auf Posterformat skalierten 16 jährigen. Deutscher Rap dient in den letzten Jahren größtenteils zum Eltern erschrecken von 14 jährigen Kids. Das große Thema ist die mehr schlechte als rechte Kopie amerikanischer Ghetto-Heroen wie 50 Cent durch deutsche Interpreten. Leider ist das so, wie wenn sich ein deutscher Action Film mit einem amerikanischen messen will: Der Vergleich sieht kläglich aus.
Und weil neben der formalen Kopie auch der Inhalt dumm und dümmer ist, macht sich bei all den Leuten, die nicht wissen wollen, wer wen wie oft in den Arsch/Mutter fickt/sticht/umbringt, eine große Ernüchterung breit.
Die Klischees sind ausgereizt in der deutschen Raplandschaft, entweder, man steigert die Provokation auf noch primitivere, noch blödere Art und Weise, oder - ja, was oder?
War früher alles besser? Die traurige Wahrheit ist: Früher war es sogar noch schlechter, was angesichts der mit so viel Stolz zur Schau gestellten Dumpfheit verwundern mag. Früher, da machten die braven westdeutschen Interpreten auf eine ekelhaft künstliche und augesetzte Art einen auf Schmalspur-Psychopath. Oder nölen vier Alben lang einer imaginären Exfreundin hinterher. Oder verwurschteln ein paar im Vorbeilesen aufgenschnappte Fremdwörter mit den immer gleichen Metaphern für Grasrauchen zu intellektuellem Softeis.
Lange ausgeholt für einen kräftigen Aufschlag, ein Aufschlag wie zu seeligen Bum-Bum Boris Zeiten.
Denn da fängt die Geschichte von Prinz Pi an. Seine Majestät erblickt das Licht der Welt im biederen Zehlendorf in West-Berlin und wächst umgeben von G.I. Kids, Mastersfiguren, 3 Fragezeichen und Lego auf. Wird von Jahr zu Jahr energiegeladener. Mitte der neunziger Pubertät und Kontakt mit HipHop. Doggystyle und Yankee Caps. Der Drang sich zu beweisen.
Und seit dem ersten Tag fließt es aus Pi raus wie ein aus einem Feuerwehrschlauch. Die Wut auf die Welt brodelt um Bauch, das Feuer brennt mit den Jahren nicht schwächer und mittlerweile hat sich Pi nichts mehr zu beweisen.
Als einer von wenigen deutschen Rapper schreibt er nämliche sinnvolle Texte. Auf dem Höhepunkt des Battleraps geht er mit seinen Mannen auf Tour und jeder darf ihn herausfordern. Pi bleibt ungeschlagen. Deutscher Muhammad Ali am Mic. Trägt keine Hiphopuniform. In sieben Jahren Rapkarriere an die Spitze des Untergrunds. Unangefochtener König des Geschichtenerzählens im Deutschrap. Die eingeschnappten Nicht-Berliner Medien neiden dem arroganten und lokalpatriotischen Prinz Pi seine Erfolge. Der jedoch verkauft independent mehr als mancher Major Act. Wußte seine Fanbase kontinuierlich zu erweitern. Scheißt immer noch auf die Medienheinis. Und natürlich den Rest der Rapszene. Und das wird er auch immer weiter so machen. Zumindest darum braucht man sich keine Sorge zu machen.
Theatralisches Vorprogramm ab 20:00:
STORMY LOVE INNA BEATBOX frei nach Shakespeare...
2 MCs&1 DJ setzen Theater im klassischen Hiphop-Rahmen um...
Vorverkauf: Jugend in Wien/Arena/BA
www.arena.co.at
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